Etwas unter dem Aufmerksamkeitsradar hat Urbanista die Ergebnisse seiner Veranstaltungen auf der Seite  https://innenstadt-neu-denken.de [LINK]
schon veröffentlicht. Etwas unscheinbar im Text integriert.

Am 22.3. werden nicht nur diese, sondern auch die Ergebnisse der “Gestaltungswerkstatt” im Saturngebäude ab 18:00 Uhr vorgestellt.

Die Ergebnisse von Urbanista sind nicht repräsentativ, da sie aufgrund des Formates die Bevölkerung Bremerhavens nicht abbilden können.

Sie geben aber eine gute Übersicht über den Meinungsstand der Bürgerinnen und Bürger, die sich bei dem Thema einbringen wollten.

Die Ergebnisse werden in zwei Blöcken dargestellt.
Aus Urheberrechtsgründen kann ich die Folien nicht in diese Seite integrieren,
ein zweites Browser-Fenster ist hilfreich.

Wie sich die Politik bisher positioniert, unter [LINK].

Die Ergebnisse der Online Befragung
[LINK]

Die Ergebnisse der Workshops
[LINK]


Zu den Ergebnissen der Onlinebefragung:

Zu einzelnen Fragen wurden in der Spitze 217 Kommentare abgegeben.

Wenig überraschend war der Hauptgrund, in die Innenstadt zu gehen, das Shoppen (Folie 4),
dicht gefolgt von Gastronomie und Events.
Das Theater spielt im Bereich Kultur und Freizeit die größte Rolle (Folie 7)

Wofür sollte die Innenstadt stehen?
Folie8: Nachhaltigkeit und Attraktivität standen hier an 1. Stelle,
das maritime Flair steht hier auf dem vorletzten Platz mit 7%, obwohl es immer von der Politik beschworen wird. Wahrscheinlich ein Generationsproblem. Die Bevölkerung sieht die Innenstadt getrennt von den touristischen Schwerpunkten in Bremerhaven.

Die Menschen suchen einen Platz für die Begegnung, sie wollen andere Menschen treffen.

Fast die Hälfte der Befragten (Folie 12) möchten regionale Waren kaufen.

Mehr und andere Geschäfte stehen ganz oben auf der Wunschliste,
bessere Parkmöglichkeiten ganz unten.

Wofür steht die Innenstadt der Zukunft:
Nachhaltigkeit und Klima.

Was passieren müsste, damit mehr Menschen die Innenstadt besuchen?
(Folie 14) Insgesamt müsste die Aufenthaltsqualität verbessert werden, mehr Grün, mehr Nachhaltigkeit und eine Markthalle stehen oben auf der Wunschliste (Folie 20)

Interessant wird es auf Folie 23: Welche Gruppen können die Innenstadt beleben?

An erster Stelle steht hier der ADFC, d.h. der Wunsch für bessere Rahmenbedingungen für den Radverkehr.

Als Innenstadt Highlight taucht immer wieder eine Markthalle auf!
(Folie 20)

Was mich persönlich gefreut hat:
Bei der Frage: Welcher Ort das größte Potenzial hat, steht der Theodeor Heuss Platz zusammen mit dem Karstadt Gebäude weit oben.
Leider wurde der Platz von der Politik vergessen. Schade, denn gerade hier ergeben sich viele Möglichkeiten durch die Nähe zur UNI und zum Kulturbetrieb. Der Bereich könnte ein Highlight in Bremerhaven werden, zusammen mit einer neuen Nutzung des SATURN Gebäudes.



Karstadt ist für die Befragten ein Thema von vielen, aber eben nicht das zentrale Thema.
Wichtiger ist die Aufenthaltsqualität, d.h. viel Grün und die Erreichbarkeit der Innenstadt jenseits des Autos.

Das Fazit  Urbanistas:

Die Online Befragten wollen eine grüne, nachhaltige Innenstadt, die einfach mit dem Fahrrad zu erreichen und lebendig ist.

Mit maritimem Flair, haben die meisten nichts zu tun, warum das im Fazit von Urbanista auftaucht, ist mir schleierhaft.
Bremerhaven existiert auch außerhalb der touristischen Highlights.


Zu den Präsenzveranstaltungen:
Die Folien sprechen für sich. [LINK]

Urbanista teilte die Interessierten in Gruppen auf, die sich dann auf einen Ort konzentrierten.

Theodor Heuss Platz und Große Kirche:
Der Theodor Heuss Platz ist ein Juwel, das erkennen auch die Beteiligten.
Der Kirchplatz soll behutsam entwickelt werden.
Klima, Nachhaltigkeit und Grün stehen ganz oben auf der Wunschliste bei allen Lokalitäten.

Vor allem: Entsiegelung der Plätze!

Beim Karstadt, Eulenhof Gelände steht der Wunsch nach einer gemischten Nutzung ganz weit vorne. Grüne Flächen sind wichtig und immer wieder der Wunsch nach einer hohen Aufenthaltsqualität

Columbusstraße: Für die Bevölkerung ist der Rückbau die einzig mögliche Option, und man sieht eine grüne Promenade in diesem Bereich.

Das Saturn Gebäude hat schon bei den Veranstaltungen bewiesen, dass es eine gute Begegnungsstätte für die Bevölkerung wäre.
So sehen das auch die Beteiligten.

Beim Thema Mobilität steht der Radverkehr ganz vorn.

Aber auch das Thema PARK AND RIDE wurde angesprochen.
Bremerhaven ist eine der wenigen Städte, die hier noch ganz am Anfang stehen.


  • Wichtig ist weniger die Architektur, als der Raum dazwischen.
  • Nachhaltig, regional und grün soll die Innenstadt sein, für Menschen gut zu erreichen jenseits des Autos und mit hoher Aufenthaltsqualität.
  • Und, nicht jede Nutzung soll akzeptiert werden!

Hier stellt sich die Frage, was ist Wunschdenken, und was ist realistisch?

Hier ist die Situation vollkommen intransparent:

Wir wissen nicht, welche Gestaltungsmöglichkeiten die Stadt überhaupt hat:
– wer ist Eigentümer der Grundstücke?
– wer soll Eigentümer werden?
– wie sehen die prinzipiellen rechtlichen Gestaltungspläne aus, Pachtverträge, Gestaltungssatzungen, öffentlich rechtliche Verträge?
– will und kann die Stadt die Nutzung der Gebäude regulieren,  z.B. die Größe von Verkaufsflächen begrenzen, um Filialisten einzudämmen?
– welche Einflussmöglichkeiten hat die Stadt auch nach der Umsetzung der Bebauung auf die Nutzung der Gebäude?
– welche Absprachen wurden bereits getroffen?
– wie sieht die Einbindung der Baupläne in ein Klima-, Resilienzkonzept aus?
– wie wirken sich die Pläne auf die bestehenden Geschäfte aus?
– wie sollen in der Bauzeit die bestehenden Geschäfte unterstützt werden?


Zusammenfassend kann man sagen, dass die Befragten und Interessierten das Thema Karstadt bei weitem nicht so als Heilslösung betrachten, wie es die Politik momentan puscht.

Viele Vorschläge sind kostengünstig und einfach umzusetzen, es müssen nicht immer Prestigeprojekte sein, mit denen sich Politiker ein Denkmal setzen wollen.
Das geht nicht immer gut.

Die Bevölkerung sieht die Innenstadt in einem größeren Focus als die Politik.

Es stellt sich die Frage, warum wird kein Masterplan erstellt wird, der genau diesen weiten Focus aufnimmt?

Die jetzigen Pläne sind da nur Stückwerk.

Die Politik sollte mehr auf die Bevölkerung hören!

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