Die Stadtteilkonferenz Bremerhaven Mitte (Stk)versammelte sich am 18.5.2022 im Seniorentreff Ankerplatz.
18 Menschen aus dem Stadtteil waren erschienen.
Leider war die Übertragung über ZOOM nicht möglich, da die Technik im Treff nicht mitspielen wollte.


Zwei Mitglieder der Steuerungsgruppe (Sg) sind ausgeschieden, und nun sucht die Stk neue Mitstreiter:innen.

Die Sg wünscht sich auf den frei werdenden Positionen zwei Frauen.
Kenntnisse der Arbeit mit digitalen Medien wären sehr hilfreich.
Interessierte können sich unter [email protected] oder [email protected] melden.


Zwei Vorträge standen auf dem Programm, von:

Anika Schmidt, die Leiterin der Stadtbibliothek und
Jens Rilke, dem Leiter der Quartiersmeisterei Alte Bürger.


Jens Rilke berichtete von dem Projekt Klimameile Alte Bürger.[LINK]
Das Projekt ist nicht nur auf die Alte Bürger begrenzt, sondern versteht sich als Blaupause für die anderen Quartiere in der Stadt.
Der Begriff des Quartiers ist übrigens alles andere als eindeutig.
24a des §3 Energiewirtschaftsgesetz – EnWG spricht von Objekten…. die sich auf einem räumlich zusammengehörenden Gebiet befinden. Aber, die Novelle der Regelungen ist auf dem Weg.

Mit dem Bürgerstromprojekt in der alten Bürger [LINK] betreten die Akteure in Bremerhaven Neuland.

Sie Stk und Jens Rilke wollen in Zukunft enger kooperieren.


Anika Schmidt, die neue Leiterin der Stadtbibliothek Bremerhaven kam mit einer Präsentation, und vielen neuen Ideen.

Sie stellte die Stadtbibliothek als “Dritten ORT” vor, als einzigen nicht kommerziellen Treffpunkt in der Innenstadt für die Menschen in Bremerhaven.
Sie stellte das Projekt eines Makerspace vor. Was darunter zu verstehen ist?


Heute, morgen, übermorgen
so das Motto ihres Vortrages.
Neben den Kernaufgaben der Bibliothek in analoger oder digitaler Form wird es viele Angebote für alle Menschen in der Stadt geben.
Beispiele auf der Seite der Kulturstiftung des Bundes [LINK]

Das alte SATURN Haus kann sich so zum kulturellen Hotspot in Bremerhaven entwickeln.

Problem?
Noch am 3.3., auf der Podiumsdiskussion, [LINK] hatte Sönke Allers (SPD) vorgetragen, daß die zukünftigen Nutzungsmöglichkeiten des Hauses noch von der ungeklärten Mietsituation abhängig sind.

Die Stk will da nachhaken.


Nach den Vorträgen berichtete ich über die Planungen zur Innenstadt, d.h. über die Urbanista Veranstaltungen und über die Gestaltungswerkstatt.
Eine Übersicht auf den Seiten der Stadt [LINK]

2021 Juli Online Dialog “Innenstadt Neu Denken” Ergebnisse [LINK]
2021 September Kauf des Karstadtgebäuden [LINK]
2021 16-21.9. Zukunftscamp Urbanista [LINK]
2021 Feb Gestaltungswerkstatt [LINK]

2022 3.3. Podiumsdiskussion [LINK]
2022 23.3. Vorstellung der Ergebnisse durch Urbanista s.o. auf den Seiten der Stadt


Drei Dokumente geben die Arbeit von Urbanista wieder.
Unter Rückblick Zukunftscamp [LINK] verbirgt sich die Auswertung der Online Befragung
Unter ” Innenstadt Neu Denken” findet man eine Zusammenfassung des” Zukunftscamps” [LINK]
Unter dem “Integrierten Innenstadtkonzept” [LINK] verbirgt sich der Abschlussbericht von Urbanista.

Der Bericht der Gestaltungswerkstatt findet sich unter dem Begriff “Neuer Anker” [LINK] [LINK]


Nicht so richtig übersichtlich.
Wenn man meine Kritik an den Ergebnissen von Urbanista nachvollziehen will, muß man die Ergebnisse der Online-Befragung kennen, denn zwischen diesen und dem Abschlussbericht gibt es einige Widersprüche.
Ich hatte schon darüber berichtet [LINK] [LINK].

Der Abschlussbericht teilt sich in zwei Hälften auf.
Während der erste Abschnitt eher allgemeine Aussagen trifft, die Geschichte Bremerhavens viel zu eng wiedergibt und im Wesentlichen auf die Beispiele in anderen Städten hinweist, listet der zweite Abschnitt 20 einzelne Projekte auf.

Kurz:

KLIMA und VERKEHR spielen keine Rolle, die Themen waren nach Aussage von Urbanista im Auftrag nicht vorgesehen.

  • Der Focus ist zu eng, die Innenstadt hört nicht an der Lloydstraße auf, Hafenstraße, Goethequartier, Alte Bürger werden ignoriert.
  • Die Ergebnisse der Online Befragung wurden nicht berücksichtigt: dort spielt der Theodor Heuss Platz und der gesamte Bereich umzu eine wichtige Rolle, die Markthalle ist eine zentrale Forderung (deren Zukunft aber ungewiss)
  • Einzelne Projekte machen keine Stadtplanung aus, insbesondere, wenn selbst diese die Player in Bremerhaven nicht mit einbeziehen (ADFC)
  • Z.B. wurde die Relevanz des Theodor Heuss Platzes, die sich in der Online Befragung ergeben hatte, nicht erkannt. Die Pläne für das Saturn Haus ( Bremerhaven Haus ????) in ihrer ganzen Bedeutung für das Areal nicht berücksichtigt.

Es ist keine Stadtplanung, wie es zum Beispiel das Büro Latz und Partner angeregt hatte. [LINK].
Wenn man sich mit Verkehrsfragen nicht beschäftigen will, oder soll, dann bleiben die Planungen zur Columbusstraße und zum Radverkehr ohne vernünftige Basis.

Einer der wesentlichen Kritikpunkte betraf aber auch das Verfahren.

So dauerte es bis zum 3.3.2022, der Podiumsdiskussion der Stk, bis sich die Politik zu den Plänen äußern wollte. Die Gestaltungswerkstatt tagte im Geheimen mit einer Zusammensetzung, die weniger mit der Zukunft der Stadt zu tun hatte, als vielmehr mit der konkreten Umsetzung der Pläne für den sog. “Neuen Anker”.

Was der Abriss des Komplexes “Altes Finanzamt” nun wirklich soll, konnte bisher niemand schlüssig erklären. Unter dem Ressourcengesichtspunkt stadtplanerische Barbarei!

Ein Brief der Stk an Melf Grantz wurde von diesem mit dem Hinweis beantwortet, man solle doch bitte auf die nächsten Schritte warten.


Partizipation:


Danach stellte ich Konzepte für die Einbeziehung der Menschen in kommunale Planungsprozesse vor, anhand der Grundlagen für Bürgerräte und Planungszellen.


Ich habe darüber schon berichtet [LINK]

In vielen Städten sind diese Verfahren üblich. In Bocholt in der Form von Planungszellen [LINK]. Die Stadt Bonn hat entsprechende Leitlinien erlassen [LINK]. Münster hat eine digitale Plattform aufgebaut [LINK]


Die Stadtteilkonferenz beschloss daraufhin:

Die STK fordert:
Die Stadt soll bei Stadtplanungsprojekten, seien es Bau oder Verkehrsmaßnahmen bereits in der Phase der Ideenfindung, ergebnisoffen die Bürger:innen in Form von Bürgerräten oder Planungszellen beteiligen, und insbesondere Ressourcen-Neutralität berücksichtigen, um eine zukunftsgewandte Stadtentwicklung im Sinne der Bürger:innen zu gewährleisten.

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