Münster ./. Bremerhaven

by ekrowski

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Zwei Videos habe ich auf YouTube hochgeladen.
Das aktuelle Video in der Reihe “ Auf einen Kaffee… mit der NZ” habe ich, dem Thema entsprechend,“ Blüten, Karstadt und Millionen“ genannt.
Das zweite Video: “ Münster ./. Bremerhaven”


Im ersten Video beschäftige ich mich mit dem üblichen Klüngel in Bremerhaven, der die Stadt, wie in einer Zeitschleife, gefangen hält. Aber auch Münster kann gut klüngeln!
Und wenn ich schon bei Münster bin: 
das Video „Münster ./. Bremerhaven“ ist mir sehr wichtig, und die Idee, beide Städte zu vergleichen, werde ich weiterverfolgen.
Sind sie vergleichbar?
Auf den ersten Blick kaum, aber Münster kenne ich gut, und an Bremerhaven taste ich mich langsam heran.
Da ich beiden Städten nun einmal verbunden bin, spricht nichts dagegen, sie auch zu vergleichen.
Aber, eigentlich sind es ja drei Städte, die mich geprägt haben: Ahlen → Münster → Bremerhaven!

In Ahlen bin ich aufgewachsen, habe dort gelebt und gearbeitet. 

Ich hatte eigentlich einen kleinen Film als Anfang für mein Video“ Münster/Bremerhaven“ eingeplant. Ich habe ihn dann aber als einzelnen Film, als „nicht gelistet“ (nur über den Link zu erreichen), auf YouTube hinterlegt, da er nicht so richtig in das Konzept passte.

YouTube player

Einen weiteren Film wollte ich zum Video „Münster / Bremerhaven“ hinzufügen. Diesen habe ich dann auf YouTube als „nicht gelistet“ hinterlegt, da auch er nicht so richtig zum Film“ Münster/Bremerhaven“ passte, und besser für sich allein steht.
Warum?
In dem kurzen Film beschreibe ich Kirchen als Beispiel für „Dritte Orte“: Orte, die dem Kommerz und dem „Entertainment“ in der City entzogen sind, Orte der Ruhe.
Für Bremerhaven eher nicht so ein Thema!
Wahrscheinlich haben mich diese „Dritten Orte“, die Kirchen, mehr beeindruckt, als ich mir manchmal zugestehen mag.
40 Jahre Münster, eine Stadt, in der man fast an jedem Ort zwei Kirchen gleichzeitig sehen kann, das hinterlässt Spuren.

Ich vermisse manchmal diese Atmosphäre.

YouTube player

In Bremerhaven führen Kirchen ein eher beschauliches, zurückgezogenes Leben. Die Große Kirche gibt der Innenstadt in Bremerhaven das Zentrum und ein wenig Ruhe.
In Bremerhaven habe ich einen solchen „Dritten Ort“ aber auch mit dem Kabinett des Kunstvereins gefunden. Aktuell ist dort eine Ausstellung von Isa Genzken zu sehen, was natürlich wieder zu Gerhard Richter( …ihrem Ex-Partner), und dem Pendel in der Dominikaner-Kirche in Münster passt.

Also, Schnittmengen der Städte Münster und Bremerhaven sind vorhanden!


Da ich die Videos mittlerweile mit Untertiteln ausstatte, wurde ich mit der „verschriftlichen Form“ meiner Sprache konfrontiert. Nicht der Sprache, wie sie diktiert-fähig in Schreiben offizieller Art auftaucht, sondern wie sie sozusagen „unplugged“ ins Mikro gesprochen wird.

Die KI, die mir hilft, solche Untertitel zu verfassen, mühte sich redlich, und scheiterte oft.
Na ja, es gehört ja zum Wesen einer KI zu lernen!
Als ich begann, Videos zu produzieren, stellte ich mir die Frage, ob diese authentisch sein sollten, oder lieber „sauber artikuliert“ gesprochen?
-Im Video „Dritte Orte“ hört man den Unterschied. Dort habe ich einen Kommentar zu einem Video gesprochen.
Das ist ein anderes Setting, als ein Video direkt zu sprechen.-
Ich habe mich für „authentisch“ entschieden.

In der langen Zeit als Jurist habe ich den glatten Sing-Sang einer juristischen Sprache gelernt.
Diese oft beschimpfte Juristensprache ist wichtig und notwendig, um vor Gericht eine Atmosphäre der Gleichheit und Neutralität zu erzeugen, wie es auch die Robe vermag.
Dort gehört sie hin, diese Sprache.
Nur, bin das ICH?
Natürlich nicht!
Die Art und Weise, wie in Ahlen, oder im Ruhrgebiet gesprochen wird, liegt mir näher.
Sie ist anscheinend fester in mir verdrahtet als mir bewusst war.
Dr. Schmeck-Lindenau kam von einiger Zeit während einer Veranstaltung auf mich zu:
er hätte mich schon von weitem gehört, und sofort an meiner Sprache erkannt.
Das gab mir zu denken! Es war ein Kompliment!

Sprache ist tief verankert.
Die eigentliche Sprache!
Nicht die Sprache einiger „Profis“ und Politiker: eingeübt, gecoacht, auf eine Zielgruppe getrimmt.
Wo sind sie, die Sprachjünger von Strauß, Genscher, Schmidt, Brandt und Barzel…. .?
Jedes Wort kam aus der Tiefe ihrer Überzeugung. Die alten Protokolle ihrer Reden lese ich noch heute gerne, viele sind online verfügbar.
Gendern? Es wäre interessant, ihre Meinung zu erfahren. Aber, ich kann es mir denken!



Das Gendern behagt mir nicht, und eigentlich war es Rolf Zuckowski, gerade er, der verantwortlich für eine Vielzahl von schmerzhaften Ohrwürmern ist, der dies Unbehagen treffend formulierte:

Und eine Sprache, in der man nicht singen kann, kann nicht meine Sprache sein.

Rolf Zuckowski NDR 19.7.2023

Es ist schon witzig, dass mich die Aufforderung, meine Sprache anzupassen, einzuzwängen in Steuerzeichen, so abgeschreckt hat.
Ich habe es als Eingriff empfunden, als Symbol für eine bestimmte Art und Weise, Menschen zu sehen.
Diese Sicht, Menschen in gut etikettierte Schubladen zu packen, die behagt mir nicht.


Die Beschäftigung mit KI-Modellen (…. aktuell eben Wisper von OpenAI) hat mir klargemacht, wie einmalig dieser persönliche Charakter einer Sprache ist, der sich erst nach langer Zeit, durch viele Phasen im Leben bildet.
Kaum durch eine KI abzubilden.
Juristische oder politische Sprache? Da hat eine KI keine Probleme.
Eine KI hat mit Eingriffen in Sprache keine Probleme, sie nutzt Modelle, die man formen und anpassen kann.
Keine Menschen!

Und deshalb bleibt es bei den Videos auch bei einer Sprache, bei der ich mich wohlfühle, mit der ich aufgewachsen bin.
(…auch wenn ich den Begriff der „Ahlener Verlaufsform“ einer Lehrerin verdanke, die an den Formulierungskünsten einer Horde von Ahlenern Schülern (…. wir waren nur Jungs!) schier verzweifelt ist.)

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